Was man beim Wasserwechsel alles verkehrt machen kann
15. Dezember 2008 – 23:58Heute bin ich wieder an ein Thema erinnert worden. Ein Malheur beim auffüllen eines Aquariums. Dabei ist mir eingefallen, dass man einiges verkehrt machen kann, wenn es darum geht das Wasser der Pfleglinge im Aquarium zu wechseln.
Wasserwechsel gut vorbereiten
Zunächst geht es um eine gute Vorbereitung. Ein ausreichend großer Eimer (zehn Liter), der ausschließlich für die Aquaristik bestimmt ist und kein Putzeimer, ein Aquarienschlauch zum absaugen des Wassers, zur Not tut es auch ein Litermaß, was aber sowohl für Mensch als auch Aquarienbewohner stressig ist, und ein Handtuch. Das erste was man verkehrt machen kann ist, dass man eventuell daneben gehende Tropfen sofort aufgewischt werden. Wird das Holz oder Furnier erstmal nass, geht es irgendwann auf. Ein ausreichend langer Schlauch ist wunderbar um das Wasser aus dem Aquarium zu saugen. Das eine Ende des Schlauchs in das Wasser und am anderen Ende kurz angesaugt, fließt das Wasser in den Eimer ab.
Wechselwasser zum reinigen der Filtermaterial nutzen
Nun kann man den nächsten Fehler machen und das Wasser einfach weggießen. Fehler deshalb, weil dieses Wasser hervorragend geeignet ist um das Filtermaterial zu reinigen. Es hat die ideale Temperatur und ist sauber genug. Das Filtermaterial, egal ob Innenfilter oder Außenfilter, in dem Eimer ausspülen und ausdrücken. Das kann man ruhig etwas kräftiger machen, denn die Bakterien sitzen sehr fest auf dem Filtermaterial. Nun kann man das Filtermaterial wieder einsetzen und das Wasser entsorgen.
Ein Fehler wäre es auch, einen Fisch aus Versehen mit einzusaugen. Wenn er es denn überlebt kann man von Glück reden, deshalb sollte man beim Absaugen immer sehr aufmerksam das Schlauchende beobachten.
Bodengrund ganz selten reinigen
Während des Absaugens ebenfalls darauf achten, dass man den Bodengrund nicht aufwirbelt. Nur selten sollte es notwendig sein Mulm abzusaugen. Bei einer ordentlichen Biochemie mit den richtigen Tieren im Aquarium sollte dies kein Problem sein. Wenn dauerhaft zuviel Mulm anfällt muss dies entweder artbedingt sein oder es läuft etwas grundlegend verkehrt. Welse oder Schnecken fehlen oder irgend etwas in der Art.
Wasserwechsel - Wasser langsam auffüllen
Ist das Wasser raus, muss auch wieder Neues hinein. Dies kann man entweder mit einem Eimer machen, oder man nimmt wieder einen Schlauch. Dieser muss dann wohl etwas länger sein, da man - außer im Zuchtraum - selten einen Wasserhahn um die Ecke hat. Jetzt kann wieder etwas schief laufen, wenn man einen Eimer zum auffüllen benutzt. Gießt man zu stark kann der Bodengrund aufwirbeln und Pflanzen entwurzelt werden. Ein Teller oder die Handfläche können hier Abhilfe schaffen und dafür sorgen, dass das Wasser gleichmäßig und ohne den Bodengrund aufzuwirbeln in das Aquarium gelangt.
Auffüllen mit Wasserschlauch
Bei der Verwendung eines Schlauchs sollte man darauf achten den Wasserhahn nicht zu stark zu öffnen, da man sonst ebenfalls den Bodengrund aufwirbelt. Weiterhin können bei zu schnellem befüllen Gase gelöst werden, was für die Aquarienbewohner ganz schlecht ist und unbedingt vermieden werden sollte. Oftmals wird der Schlauch an einem PVC-Bogen in das Aquarium gehängt und das Wasser aufgedreht. Ich kenne dies noch zu gut vom Aquarium meiner Eltern im Wohnzimmer damals. Wenn man nicht aufpasst, dann läuft das Wasser über - bei 800 Liter heißt einmal überlaufen ordentlich Wasser im Zimmer zu haben.
Wasserstandsmelder verhindert überlaufen des Aquariums
Um dies zu verhindern kann man ein wenig ‘handwerkerisch’ tätig werden. Mit etwas Geschick kann man sich eine Art Wasserstandsmelder basteln, den man am PVC-Bogen befestigt. Dazu benötigt man lediglich eine Verteilerdose (elektro) aus dem Baumarkt. Diese sollte einen Deckel haben und etwa acht mal acht Zentimeter groß oder größer sein. Es gibt diese Dosen mit Außenbefestigungen, die sehen aus wie Aufhänger - zwei Stück, einer oben einer Unten mit Loch jeweils. Daran kann man die fixieren oder überputz schrauben - damit Ihr wiss was ich meine. Zu dieser Dose brauchen wir unseren PVC-Bogen und eine Sirene oder Hupe aus dem Elektrohandel. Conrad bietet sowas an, als Bausatz zum selber löten. Die sind prima geeignet und passen gut in die Verteilerdose.

Jetzt lötet man also die Hupe zusammen und schließt eine Batterie an (oftmals neun Volt Blockbatterie). Die Hupe besitzt zwei Drähte. Führt man diese zusammen, so gibt es den Hup-Ton. Damit wir Erfolg haben, müssen die zwei Drähte jeweils etwa zwanzig Zentimeter lang sein, später kann immer noch etwas abgeschnitten werden. In die Verteilerdose bohren wir nun an dem einen Ende, an dem sich auch ein Aufhänger befindet, zwei kleine Löcher. Durch jedes Loch wird nun ein Draht geführt. Hat man alles montiert, kann der Deckel drauf und die Drähte (es sind Leiter, für die Elektronikfreunde) zum testen zusammengeführt werden. Auf der Seite an der die Drähte heraus kommen ist jetzt oben. Die Lasche unter kann abgeschnitten werden (scharfes Cuttermesser und vorsichtig!). Nun Bohren wir in den PVC-Bogen vorsichtig ein Loch und zwar auf der Seite außerhalb des Aquariums. Die Drähte kommen später dann über den Bogen bis an das Ende, welches in das Aquarium ragt. Mit einer kurzen Schraube aus Messing wird nun die Verteilerdose an dem PVC-Bogen vorsichtig fest geschraubt. Die Zwei Drähte am Ende des PVC-Bogens können mit etwas Isolierklebeband einige Zentimeter über dem Wasserspiegel fixiert werden.
Wenn nun das Wasser steigt und die beiden Drähte mit dem Wasser in Berührung kommen, wird die Hupe, weil Wasser bekanntlich ja leitet, anfangen zu hupen und somit rechtzeitig vor einem überlaufen des Wassers warnen.
Wasserwerte beim Wasserwechsel beachten
Ein letzter Fehler kann passieren, wenn man kein Leitungswasser zum auffüllen nutzen kann. Dies kann deshalb sein, weil das ortsansässige Wasserwerk nicht die richtigen Werte für die Aquaristik liefert. In einem solchen Fall muss man das Wasser entsprechend aufbereiten. Wer dies einmal vergisst wird ein Problem haben und eventuell mit dem Tod einiger Aquarienbewohner zu rechnen haben.

















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